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Schloss Wiederoda

Schloss Wiederoda im Abendlicht

Schloss Wiederoda, erstmals um 1400 als Vorgängerbau errichtet und 1424 erstmals urkundlich erwähnt, ist seit 2008 unser zweiter Standort – Sitz des Alpakazentrums, des Hofladens und Treffpunkt unserer Alpakawanderungen.

Das Schloss geht auf einen Vorgängerbau aus der Renaissance zurück. Bei der Ersterwähnung des Ortes Wiederoda ist die Familie von der Warthe Lehensnehmer des Rittergutes, das damals ein Lehen der Burggrafen von Leisnig ist. Ab 1476 erscheint die Familie v. Heynitz, bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Danach geht der Besitz an die Familie v. Grunrade (auch Grünrode). Nach dem Aussterben dieser sächsischen Adelsfamilie erwirbt den Besitz 1717 der kurfürstlich sächsische Rat Heinrich v. Bünau, der zweite Sohn der Püchauer Bünaus.

Um 1721 entsteht durch den neuen Eigentümer der stattliche barocke Bau unter Einbeziehung der alten Bausubstanz. Renaissancebögen in einigen Räumen zeugen noch heute vom Vorgängerbau. Das ehemals steile Renaissance-Dach wird zu einem dreigeschossigen Mansard-Dach umgebaut und durch Gauben gegliedert. Die Fassade erhält eine aufwändige illusionistische Bemalung. Das sandsteinerne Portal trägt das Bünausche Wappen; darüber ist ein weiteres, stark verwittertes Wappen.

1764 geht Wiederoda in bürgerliche Hände über: Johann Gottlob Müller kauft das Rittergut, zu dem 280 ha Land gehörten. Seine Nachfahren verkaufen 1873 an Emil Barth. 1922 heiratet der Landwirt und Reichstagsabgeordnete Heinrich Sieber eine Enkelin von Emil Barth und übernimmt das Gut. Eine Tochter von Emil Barth heiratete einen Sohn der berühmten Merinoschafzüchter-Dynastie Gadegast; die Familien Dr. Steiger und Gadegast machten sich mit Merinoschafzucht einen Namen und exportierten Spitzentiere bis nach England, Frankreich, Rußland und sogar Australien. Noch heute sind die sächsischen Eliteschafe in Australien bekannt.

1945 wurde die Familie Sieber – wie viele Großgrundbesitzer – nach Colditz und später Rügen deportiert. Die Landflächen wurden in 25 sogenannte Neubauernstellen aufgeteilt. Das Schloss wurde nach dem Einmarsch russischer Truppen als Sitz der örtlichen russischen Kommandantur und später als Lazarett für russische Offiziere genutzt, anschließend als Tuberkuloseheim und von der Verwaltung einer Maschinen-Traktoren-Station. Ab 1966 diente das Gebäude als Schule für geistig und körperlich behinderte Kinder. Die Förderschule zog 2008 in ein neues Gebäude nach Oschatz um.

Der Landkreis Torgau-Oschatz verkaufte das Schloss daraufhin an Hartwig und Katharina Kraft von Wedel, die das Gebäude als Seminarzentrum und touristisch nutzen; derzeit befinden sich neben dem Hofladen Seminarräume im Schloss. Der Hofladen hat keine festen Öffnungszeiten, kann aber nach Vereinbarung oder im Rahmen von Führungen oder Alpakawanderungen besucht werden. Ein Teil der Räume wird privat genutzt.

Alpakas vor dem Schloss Wiederoda

Bildergalerie

Eingangsportal von Schloss Wiederoda
PortalDas Eingangsportal
Bünausches Wappen am Eingangsportal
DetailBünausches Wappen
Historische Deckenmalerei im Schloss
InterieurHistorische Deckenmalerei
Schloss Wiederoda im Herbst
HerbstUnter alten Bäumen
Historischer Entwurf der Fassade
ArchivEntwurf der Fassade
Luftbildansicht von Schloss Wiederoda
AnsichtLuftbild
Sanierungsarbeiten an Schloss Wiederoda
SanierungErhalt des Baudenkmals

Adresse: Schloss Wiederoda, Lindenstr. 17, 04779 Wermsdorf OT Wiederoda

Besuche sind nach Vereinbarung möglich – bitte vorher anrufen unter 0172 - 750 60 40 oder 0172 - 986 50 33.

» www.schlosswiederoda.de

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