Über Alpakas
Alpakas, Neuweltkamele aus Südamerika, sind das Nationalheiligtum der Völker Südamerikas. In der westlichen Welt sind sie erst seit ca. 30 Jahren heimisch – und erobern mehr und mehr die Herzen und Weiden im ländlichen Raum.
Thema 01
Alpakas, so heißt es, sind die „Aristokraten“ unter allen landwirtschaftlichen Nutztieren. Wertvolle Zuchttiere erzielen weltweit hohe Preise. Diese edlen Tiere einerseits zu züchten, andererseits aus der kostbaren Wollfaser etwas Schönes herstellen zu lassen – das begeistert immer mehr Freunde des Landlebens.
Die Zucht außerhalb Südamerikas ist relativ neu: erst seit 1984 gibt Chile die Genehmigung für den Export dieser Tiere, Peru erst seit 1991. Wir haben Nachfragen nach Zuchttieren aus England, Frankreich, Österreich, den Beneluxländern, Estland, Litauen und Slowenien, aber auch aus Georgien, Bulgarien, Ungarn, Schweden, Finnland und der Schweiz. Es ist ein noch junger, viel versprechender Markt, geschützt durch aufwendige Importbedingungen und durch die Seltenheit wirklich guter Zuchttiere.
Die Alpakazucht ist eine echte Marktnische – eine Chance für alle, die auf dem Land leben und mit einer angenehmen Tätigkeit ein zusätzliches Einkommen erzielen möchten. Wer eine größere Summe investiert, kann durch die Nachzuchten eine große Wertsteigerung erfahren; aber auch bei einer kleinen Anzahl von Tieren darf ein Züchter damit rechnen, den Nachwuchs profitabel zu verkaufen.
Gerade in Europa hatten früher Halter und Züchter mit Hobbymentalität dominiert. Seit einiger Zeit gibt es jedoch eine „neue Generation von Züchtern“ (Romain Conjaerts, erster Alpakazüchter Luxemburgs). Allein die Erfolgsgeschichte des Alpaka Zucht Verbandes Deutschland e.V., 2001 von 13 Gründungsmitgliedern gegründet und mittlerweile über 500 Mitglieder stark, steht für eine positive Entwicklung des Alpakamarktes. Natürlich steigt mit der Anzahl der Züchter auch die Konkurrenz – aber „Konkurrenz belebt das Geschäft“.
Hinzu kommt der Fakt, dass Alpakas aus den Ursprungsländern derzeit nur noch aus Chile direkt in EU-Länder importiert werden dürfen. Peru-Importe sind auch über die Schweiz nicht mehr möglich.
Leben Sie Ihren Traum! Für viele erfüllt sich beim Aufbau eines zweiten Standbeins ein Lebenstraum. Neben dem oftmals stressigen Bürojob können Sie endlich das tun, was Sie immer schon tun wollten: ein friedliches Landleben, Alpakas decken, Neugeborenenpflege, Alpakababies wiegen, Absetzer ausbilden, die Herde wachsen sehen, Heu machen, Tiere versorgen, Alpakas halfterführig machen und vermarkten – manche veredeln auch die wertvolle Wollfaser und stellen eigene Produkte daraus her.
Ob man in Alpakas investiert, um ein zweites Standbein aufzubauen, oder sie aus Freude hält und züchtet – oder beides: eines gilt für alle. Alpakazucht ist ein Lebensstil.
Thema 02
veröffentlicht im Zuchtkatalog des AZVD 2002 / 2003
Alpakafaser zählt zu den wertvollsten Naturfasern der Welt. Alpakas sind von den Vorfahren der Incas vor mehreren 1000 Jahren aus dem Vicuña heraus domestiziert worden, dem feinsten Fasertier der Welt. Vorrangiges Zuchtziel war es, Qualität und Quantität der Faser zu verbessern – mit gewaltigem Erfolg: Das wildlebende Vicuña bringt nur ca. 200 – 300 g Vliesgewicht pro Schur, Alpakas produzieren bis zu 6 kg Vlies pro Jahr.
Weitere Zuchterfolge: von einem einfarbigen Tier eine derartige Fülle von Farben zu züchten und den Deckhaaranteil bei Spitzentieren auf unter 1 % aller Fasern zu bringen. Ein homogenes, feines Vlies mit wenigen Deckhaaren, großer Dichte und einheitlicher Farbe war schon bei den Incas erwünscht. Die spanischen Eroberer berichten, dass die damaligen Alpakas – nur im Besitz der Kirche, des Incaherrschers und von Adligen – von Zuchtwarten betreut und in großen, topografisch getrennten Farbherden gehalten wurden.
Neben „Crimp“ beim Huacaya und „Curl“ beim Suri ist die Feinheit das wesentliche Zuchtziel beider Rassen – gemessen in Mikron, einem Tausendstel Millimeter.
Für einen Mikrontest nimmt man ein Haarbüschel von ca. 5 cm Durchmesser aus der Mitte der Hauptdecke (ca. 15 cm unter der Rückenlinie), schneidet es so dicht an der Haut wie möglich ab und schickt es an ein qualifiziertes Testlabor. Moderne Laserscannertechnik gewährt akkurate Ergebnisse; man erhält ein Faserhistogramm und kann die Faserqualität seines Alpakas so besser einschätzen.
Die vier wichtigsten Größen sind durchschnittliche Feinheit, mittlere Abweichung, der Koeffizient der Variation sowie der Anteil der Haare über 30 Mikron in %. Die durchschnittliche Feinheit drückt den Durchschnittswert der ca. 2000 einzelnen Haare der Probe aus. Die mittlere Abweichung zeigt, wie stark die Faser vom Durchschnitt abweicht; der Koeffizient der Variation ergibt sich, indem die mittlere Abweichung durch die durchschnittliche Feinheit geteilt und mit 100 multipliziert wird. Je niedriger beide Werte, desto gleichmäßiger die Faser und desto niedriger der Kratzfaktor. Verallgemeinert gilt: Faser unter 20 Mikron ist außergewöhnlich gut, alles über 30 Mikron sehr grob. Faserqualität wird in erster Linie genetisch bestimmt, kann aber auch durch Alter, Ernährung, Krankheit und Stress beeinflusst werden.
Textilien aus Fasern über 30 Mikron werden unter dem Label „huarizo“ (Kreuzung zwischen Lama und Alpaka) verkauft.
Alpakafaser ist wertvoll, weil sie viele kommerziell wünschenswerte Attribute in einer einzigen Faser vereint; negative Charakteristiken findet man beim Alpakavlies praktisch nicht. Der Spanier Bernabé Cobo schrieb 1653 in History of the New World: „Alpaca, un cálido don de Dios a los Hombres“ – Alpaka, ein Geschenk der Wärme von Gott an den Menschen.
Und Alpaka ist rar: Tierhaare machen nur 3 % des gesamten Faseraufkommens der Textilindustrie aus – von diesen ca. 5 Millionen Tonnen pro Jahr sind nur 5.000 Tonnen Alpaka, also ein Tausendstel. Wirklich hochwertige Alpakafaser ist damit außerordentlich selten.
Ausblick: Alpaka wird auch als die Faser der Zukunft bezeichnet. Die Nachfrage nach dieser ökologischen Edelfaser ist groß, das Angebot aufgrund des kleinen Bestandes gering – gerade die Faserqualität lässt sich durch Zucht effektiv und schnell verbessern. Damit sieht die Alpakazucht weltweit einer großen Zukunft entgegen.
Thema 03
Die ersten kommerziellen Importe von Alpakas nach Europa und in die USA liegen mehr als 30 Jahre zurück. In den USA gibt es gegenwärtig über 5.000 Züchter mit insgesamt ca. 150.000 Alpakas, in Australien mittlerweile 150.000 bis 200.000 Tiere, Tendenz steigend. Den Bestand in Europa mit England (ca. 25.000) schätzen wir auf mehr als 50.000 Alpakas – ebenfalls steigend.
Vor 1984 gab es Alpakas in Europa nur in Zoos. Trotz vieler Versuche gelang der Import zu Zuchtzwecken bis dahin niemandem außer dem Engländer Sir Titus Salt, der um 1850 Alpakas nach England brachte. Ein Grund: Die Völker Südamerikas fassten das Alpaka als Schatz und Geschenk des Sonnengottes Inti auf und sahen nicht ein, warum andere Völker diese edlen Tiere züchten sollten.
Erst seit 1984 ist der Import aus Chile möglich, seit 1991 aus Peru. Einfach ist es bis heute nicht: EU-Länder wie Ursprungsländer haben Restriktionen und Quarantänevorschriften, und ein Import ist kapital- und zeitaufwendig.
Direkt-Importe von Peru nach Europa waren aus sanitären Gründen bis 2005 nur via Schweiz möglich; diese Möglichkeit besteht derzeit nicht mehr, weil die EU die Schweiz gezwungen hat, sich ihren Vorschriften anzupassen.
Es gibt immer wieder Importe aus Kanada, Australien oder Neuseeland, ökonomisch ist das jedoch oft nicht sinnvoll – außer für Spitzentiere wie Deckhengste oder wenige ausgewählte Stuten. Die Märkte dort sind weiter fortgeschritten, die Preise für gute Zuchttiere liegen deutlich höher als das, was zum Beispiel in Deutschland erzielt werden kann. Auffällig ist, dass in Mitteleuropa (außer UK) kaum jemand bereit ist, für die besten Deckhengste ein Vielfaches vom Preis einer guten Stute hinzulegen – obwohl nur sehr wenige ausgewählte Hengste wirklich große Zuchtfortschritte bringen. In Australien und den USA werden die besten Hengste auf Auktionen für 50.000 Euro aufwärts ersteigert.
In Europa zieht der Markt derzeit stark an und wird zunehmend professioneller: Das Angebot verbreitert sich, das Wissen der Züchter wächst, es gibt mehr lokale Veranstaltungen und Wettbewerbe, und auch bei der Verarbeitung der Faser zum Endprodukt tut sich einiges – auch wenn hier noch viel geschehen muss, damit jeder Züchter hochwertige Endprodukte aus seiner Faser herstellen lassen kann.
In vielen Ländern hat sich erst in den letzten Jahren ein Markt entwickelt: Der erste Direkt-Import nach Finnland wurde 2004 möglich, ebenso der erste nach Norwegen. Aufgrund der langen Tragzeiten (11 – 11,5 Monate) und der kostenintensiven Importe können die Populationen nur langsam anwachsen. Das hat zur Folge, dass der Marktwert für gute Tiere über viele Jahre bestehen bleibt und eine „Boom und Bust“-Entwicklung sehr unwahrscheinlich ist.
Die Marktentwicklung in anderen Ländern zeigt: Bei steigender Qualität der Tiere gibt es eine kontinuierliche, stabile Aufwärtsentwicklung der Durchschnittspreise. Selbst ältere Stuten, die gut vererben und gute Mütter sind, lassen sich noch für einen guten Preis verkaufen. Die meisten Züchter halten an ihren Spitzentieren fest – werden sie verkauft, dann zu überdurchschnittlichen Preisen.
Sei es Finnland, Schweden, Norwegen, die Benelux-Länder, Österreich, Italien, die Schweiz, Frankreich, Deutschland, Spanien, das Vereinigte Königreich, Polen oder die baltischen Staaten – die Zahl der Alpakazüchter wächst stetig. Immer mehr Menschen sehen in Alpakas die Möglichkeit, auf dem Lande zu leben und Werte zu schaffen. Gleichzeitig bauen immer mehr Zuchtbetriebe die Veredlung der Wollfaser zu hochwertigen Endprodukten aus.
Thema 04
Alpakas gelten in Nordamerika als „The World's Finest Livestock Investment“ – die weltbeste Investition im Nutztierbereich. Nur wenige Investitionen sind in der Lage, sich jedes Jahr selbst zu reproduzieren; ein Alpaka hat diese Eigenschaft. Wenn Sie in eine gute trächtige Mutterstute investieren, gedeckt von einem qualitativ guten Hengst, kann deren Fohlen nach einem Jahr genauso viel wert sein wie die Mutter selbst.
Stutfohlen sind bei Züchtern in der Regel beliebter, da sie die Stutherde vergrößern. Nur wenige Hengstfohlen haben das Zeug zum Deckhengst – ein Hengst muss die durchschnittliche Qualität der Stuten verbessern, sonst züchtet man rückwärts. Die meisten Junghengste werden daher als Freizeit- und Fasertiere oder als Familienanschluss verkauft; potenzielle Deckhengste dagegen weit höher gehandelt als gute Zuchtstuten. Einige werden als Therapietiere ausgebildet – ein Zukunftsmarkt mit stetig steigendem Bedarf.
Bei Alpakas haben Sie eine große Anfangsinvestition, relativ niedrige laufende Kosten und hohe Wertzuwächse – vorausgesetzt, Ihre Tiere haben gute Qualität.
Die Nachfrage nach guten Zuchttieren steigt, da in fast allen europäischen Ländern Alpakas gezüchtet werden und der Markt noch relativ am Anfang steht. In Deutschland wird seit ca. 30 Jahren gezüchtet, der Bestand (derzeit ca. 20.000 Tiere) wächst jedes Jahr, und die Qualität steigert sich von Jahr zu Jahr – sichtbar an den Ergebnissen der Zuchtausstellungen. Deutschland hat wohl den aktivsten Alpakamarkt auf dem europäischen Festland.
Alpakas können nicht beliebig vermehrt werden: die weltweit kleine Anzahl hochwertiger Tiere, die lange Tragzeit von 11 – 11,5 Monaten und der Umstand, dass Stuten meist nur ein Fohlen pro Jahr bekommen, trägt zur Werthaltigkeit und Preisstabilität bei. Die Durchschnittspreise für Stuten, Junghengste und Decktaxen sind in Deutschland über die letzten zehn Jahre vergleichsweise stabil geblieben – nicht zu vergleichen mit dem Auf und Ab von Dollar, Ölpreis oder Getreidepreis. Sein investiertes Kapital durch eine Lebendversicherung zu schützen ist möglich und empfehlenswert; die jährliche Police liegt in der Regel bei 4 % des versicherten Wertes.
Sie müssen auch mit Verlusten rechnen. Aufzuchtraten von 70 – 80 % sind in Europa erzielbar, aber gerade die embryonale Mortalität in den ersten 30 Tagen ist hoch: Eine neuseeländische Studie ergab, dass 25 % und mehr der trächtigen Stuten nach 30 Tagen absorbieren oder abortieren können. In Südamerika liegt die Aufzuchtrate oft bei nur 30 – 50 %.
Absetzerstuten sind günstiger als tragende Stuten; im Preis steigen sie vor allem von der Absetzer- zur Jährlingsstute, denn mit ca. 12 – 18 Monaten (je nach Körpergewicht und Reife) kann eine Jungstute erstmals zugelassen und dann als trächtige Stute verkauft werden. Achten Sie darauf, DNA-registrierte Stuten zu erwerben.
Falls Sie am Markt teilnehmen und züchten wollen, empfehlen wir dringend, beim Kauf die bestmögliche Qualität auszuwählen – denn mit diesen Tieren können Sie Werte schaffen. Bedenken Sie: Die Stute, die Sie erwerben, lebt bis zu 15, mitunter 20 Jahre und schenkt Ihnen viele Fohlen. Von ihrer Qualität hängt ab, wie einfach Sie deren Nachzucht in den kommenden Jahren verkaufen können.
Bei Hengsten gibt es riesige Unterschiede in Qualität und Preis. Ein potenzieller Deckhengst oder ein Hengst erster Güte, der bereits durch gute Nachkommen glänzt, liegt wesentlich höher als eine gute Stute. Den Wert kann man auch über die Nachfrage nach seinen Decktaxen bestimmen: Wird ein herausragender Hengst zehnmal im Jahr nachgefragt und beträgt seine Decktaxe 500 € netto, spielt er in drei Jahren 15.000 € ein. Bei 1.000 € Decktaxe und 20 fremden Stuten im Jahr sind es 20.000 € Umsatz in einem Jahr.
Für „fehlerlose“ Beispiele von Faser und Exterieur werden Spitzenpreise bezahlt. Für erstklassige Zuchthengste werden in USA, Kanada und Australien noch um die 50.000 Euro gezahlt, für Ausnahmehengste – zumal in seltenen Farben wie schwarz oder grau, oder herausragende Suri-Hengste – auch darüber. Der teuerste Hengst soll in den USA für rund 500.000 US-$ verkauft worden sein. Unsere höchsten eigenen Erlöse: 12.500 Euro netto für eine Huacaya-Jungstute und jeweils 15.000 Euro netto für sehr gute Suristuten.
Die laufenden Kosten sind vergleichsweise gering. Die meisten Betriebe verlangen für die Pension eines Alpakas 1,50 bis 2 Euro netto pro Tag. Im Vergleich zur Pferdehaltung ist die Alpakahaltung günstig, zumal weniger Fläche nötig ist und eine Offenstallhaltung ausreicht. Am Anfang fallen Zaunkosten und gegebenenfalls ein Unterstand ins Gewicht; laufend Futter (Kraftfutter, Heu, Mineralstoffe & Vitamine), Flächenpflege, ggf. Pacht und Tierarztkosten – letztere sind gering, da Alpakas robust und nicht besonders krankheitsanfällig sind. Eine Versicherung gegen Tod und Diebstahl kostet 2,5 bis 4 % des zu versichernden Gesamtwertes. Hinzu kommen Marketing, Verbandsbeiträge, Registrierung, Screening (ZEP), Mikrochip und Decktaxen.
Die Alpakazucht in Mitteleuropa ist ökonomisch sicherlich nicht uninteressant, vor allem durch den Verkauf von Zuchttieren in wachsende Märkte. Die Quintessenz des Artikels „Neuweltkameliden als Investition“ von Prof. Dr. Dr. Matthias Gauly in der Fachzeitschrift LAMAS: bei einer Aufzuchtrate von 70 % eine jährliche Rendite von ca. 30 %, selbst bei Berücksichtigung von Kapitaldiensten.
Thema 05
Das Alpaka wurde zum Tier des Jahres 2018 erkoren. Viele Neuinteressenten entdecken die Tiere über das Internet oder einen TV-Bericht und überlegen, ob sie selbst solche Tiere halten möchten. Manche packt das Alpaka-Fieber und sie setzen ihren Kindheitstraum schnell in die Tat um, andere recherchieren erst einige Zeit – und für einige bleibt die eigene Zucht immer ein Traum.
Es hat sich gezeigt, dass Haltung und Zucht sich auch für völlige Quereinsteiger eignen; Sie sollten sich vorher jedoch sachkundig machen – das ist auch gesetzlich vorgeschrieben. Einige Züchter haben mit Wallachen oder einer kleinen Gruppe Junghengste angefangen, um zu schauen, ob ihnen der Umgang mit den Tieren liegt. Die meisten fangen direkt mit dem Kauf trächtiger Zuchtstuten oder Stutfohlen an.
Es gibt zwei Rassen: die seltenen und eleganten Suri-Alpakas – die Marktlücke innerhalb der Marktnische – und die knuffigen Huacaya-Alpakas, die wie lebendige Teddybären aussehen. Dazu Farbschattierungen, Zuchtlinien peruanischen oder chilenischen Typs, Importtiere und in Deutschland geborene Alpakas mit Stammbaum.
In Deutschland gibt es drei Verbände mit einem Register für Zuchttiere; alle bieten inzwischen ein Screening (Körung oder Bewertung durch Fachleute) und eine Registratur mit DNA an. Der führende Verband ist der Alpakazuchtverband Deutschland e.V. (AZVD) – dort haben die meisten Züchter ihre Tiere registriert.
Wie man anfängt, hängt von der Zielsetzung ab und auch vom Geldbeutel: Möchte ich nur Freude an den Tieren haben, oder sehe ich die Zucht als Investment und Diversifikation, etwa für einen landwirtschaftlichen Betrieb? Die meisten Neueinsteiger haben Freude an den Tieren und am Leben auf dem Lande und betrachten die Zucht als Ausgleich zum Arbeitsleben – und zugleich als ernsthaftes Investment in die Zukunft.
Oft werden wir gefragt: Wie viele Tiere braucht man, um davon leben zu können? Dann fragen wir zurück: Wie viel brauchen Sie zum Leben – 25.000 Euro, 40.000 Euro oder mehr im Jahr? Daraus lässt sich errechnen, wie viele Stuten oder Fohlen man jährlich verkaufen muss. Im Vorteil sind diejenigen, die noch ein eigenes Einkommen haben und nicht auf den Tierverkauf angewiesen sind.
Und bitte nicht mit einem „Pärchen“ anfangen. Eine englische Züchterin, die 1999 begann, empfahl: mit den besten Stuten anfangen, die man sich leisten kann, und immer zu den besten verfügbaren Hengsten zum Decken gehen. Wer mit ein oder zwei trächtigen Stuten anfängt und gute Hengstgenetik nutzt, kann sofort ganz oben mitspielen und mit der eigenen Nachzucht bei Zuchtausstellungen gut abschneiden. Man kann sich auch von vornherein auf seltene Farben konzentrieren. Rein auf Masse zu gehen, davon können wir nur abraten – die Masse wird auf absehbare Zeit in Südamerika produziert.
Unser Ratschlag: Besuchen Sie verschiedene Betriebe, machen Sie sich selbst ein Bild, gehen Sie zu einer Zuchtausstellung. Der Richter erklärt, warum er die platzierten Tiere wie bewertet hat, und oft können Sie auch den Vlieswettbewerb miterleben. Kaufen Sie dort, wo Sie am meisten Vertrauen haben und wo Sie Hilfe bekommen, wenn Sie sie brauchen. Wie ist es mit dem Deckservice? Kann der Züchter Ihnen gute Hengstgenetik für Ihre Stuten anbieten? Kaufen Sie möglichst nur DNA-registrierte Tiere, lassen Sie sich die Faserhistogramme zeigen, und regeln Sie im Kaufvertrag, was passiert, wenn eine Stute über längere Zeit nicht trächtig wird.
Als Nichtlandwirt oder ohne Tierzuchterfahrung benötigen Sie einen Sachkundenachweis für die Haltung von Alpakas und sollten vorab ein Einvernehmen mit der Veterinärbehörde Ihres Landkreises herstellen. Den Nachweis stellt die Behörde aus – bei uns können Sie einen Kurs über Haltung und Zucht belegen und sich die Sachkunde anschließend bestätigen lassen. Alpakas sind meldepflichtig, ein Tierbestandsbuch ist zu führen. Eine staatliche Kennzeichnungspflicht besteht nicht, Mikrochips sind aber empfehlenswert; registrierte Tiere haben zusätzlich eine DNA-Typisierung – der beste Diebstahlschutz und die Grundlage für Elternschaftstests. Alpakas gehören nicht zum Gatterwild; wir empfehlen einen 1,50 bis 1,60 m hohen Wildschutzzaun aus verzinktem Drahtgeflecht.
Wir beraten Sie gern
Bei uns erwerben Sie das nötige Fachwissen und natürlich die eigenen Alpakastuten – aus eigener Nachzucht oder direkt importiert, von einer ausgewählten Stute bis zur ganzen Herde. Bitte melden Sie sich vorher telefonisch an.